EnEV 2014 verschärft den Neubau-Standard ab 2016

Ab 2016 verschärft die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) die energetischen Anforderungen an neue Wohn- und Nichtwohnbauten und erhöht damit unweigerlich auch die Baukosten. Der Beitrag bringt eine Übersicht und erläutert die wichtigsten Aspekte der Verschärfung.

1. Ziele und Anlass
Die EnEV 2014 setzt die Vorgaben des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG 2013) um. Letzteres hat der Bund 2013 novelliert um die Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäude (EU-Richtlinie 2010) hierzulande umzusetzen.

Europäische Vorgaben
Diese Richtlinie fordert u.a., dass die Mitgliedstaaten den Niedrigstenergie-Standard für Neubauten einführen und zwar nach folgendem Zeitplan:
–    öffentliche Gebäude ab 2019
–    und alle anderen Gebäude ab 2021.

Als »Niedrigstenergiegebäude« definiert die EU-Richtlinie ein Gebäude, das eine sehr hohe, nach ihren Regeln bestimmte Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte größtenteils durch Energie aus erneuerbaren Quellen – einschließlich erneuerbarer Energie, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird – gedeckt werden.

EnEV-Verschärfung ab 2016
Damit nicht alle zwei Jahre eine neue EnEV-Fassung in Kraft tritt, hat der Bund in die aktuell geltende EnEV 2014 eine Verschärfung des Energiestandards mit eingebunden. Diese sollte zunächst – wie es der erste Referentenentwurf von 2012 vorsah – in zwei Stufen eingeführt werden: zunächst mit Inkrafttreten der EnEV-Novelle und die zweite Stufe ab 2016. Der Bundesrat hat mit seinem Votum erfreulicherweise dafür gesorgt, dass die Verschärfung letztendlich nur in einer Stufe eingeführt wird. So blieben die Änderungen von der vorhergehenden EnEV 2009 zur aktuellen EnEV 2014 – nach Inkraftreten im Mai 2014 – etwas überschaubarer.

2. Betroffene Gebäude
Die EnEV-Verschärfung bezieht sich selbstredend nur auf solche Bauvorhaben, die unter die Verordnung fallen. Es gibt eine ganze Reihe von Gebäude-Ausnahmen, die von der EnEV nur in Bezug auf ihre Heizung und Klimatisierung betroffen sind. Dieses sind beispielsweise Tierställe, Werkstätten, Glashäuser, Traglufthallen, Kirchen und sonstige religiöse Bauten, Wochenend- und Ferienhäuser.

Maßgebliche Termine
Unter die verschärften Anforderungen der EnEV ab 2016 fallen Bauvorhaben, für die der Bauherr folgende Vorkehrungen trifft, je nachdem was die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes fordert.

Der Bauantrag wird am 1. Januar 2016 oder später bei der Baubehörde eingereicht.
Die Bauanzeige wird am 1. Januar 2016 oder später dem zuständigen Amt erstattet.
Wenn weder eine Genehmigung noch eine Anzeige oder ein sonstiges Verfahren benötigt wird, wird die Bauausführung am 1. Januar 2016 oder später begonnen.

Melita Tuschinski „Der Bausachverständige  5 | 2015“